Hohe Mark

Naturpark Hohe Mark

Die insgesamt 1040 qm des Naturparks Hohe Mark erstrecken sich zu weiten Teilen über das Münsterland, wo die Gemeinde Velen im Norden und die Stever bei Olfen im Osten die Grenze bilden. Doch die Ausläufer des Naturparks reichen im Süden bis Bottrop im Ruhrgebiet und im Westen bis zu uns an den Niederrhein.

Ruhesuchende und Wanderer finden in der Hohen Mark Erholungsräume mit ausgedehnten Wäldern, weiten Heideflächen und Feldern. Seenlandschaften am Diersfordter Waldsee, Halterner Stausee, Heidesee, Heidhofsee, Hullerner Stausee und Schwarzes Wasser bieten teilweise Badestrände und Schiffstouren, einige sind ein Paradies für Angler, manche kann man nur über Rundwege erwandern oder die lauschigen Plätze am Ufer genießen.

Radfahrer können die Flusslandlandschaften entlang der Bocholter Aa, Issel, Lippe und Stever erradeln. Auch die Pfade entlang des quer durch den Naturpark verlaufenden Wesel-Datteln-Kanal kann man zu Fuß oder mit dem Rad erkunden. Er begleitet die Lippe von Datteln im Osten an, bis er im Westen bei Wesel – durch Schleusen reguliert – in den Rhein mündet.

Aber es gibt auch kulturell und geschichtlich Interessantes. Malerische historische Ortskerne, zauberhafte Schlösser, Burgen und Herrenhäuser, hochrangige Museen, sehenswerte Kirchen und Klöster sind einen Ausflug wert. Familien kommen in attraktiven Freizeitparks mit unterschiedlichen Attraktionen, an Badeseen, auf zahllosen Reitwegen und bei den Wildpferde-Schauen im Merfelder Bruch bei Dülmen auf ihre Kosten.

Eingeteilt ist der Landschaftspark Hohe Mark in vier Themenbereiche: Parklandschaft, Wasserlandschaft, Waldlandschaft und Folgelandschaft.

Die ersten drei erklären sich mehr oder weniger von selbst. Als Folgelandschaft bezeichnet man den Teil des Naturparks im Ruhrgebiet, der durch Bergbau und durch die Gewinnung von Sand, Ton und Kies geprägt ist. Ehemalige Brachflächen und Industrielandschaften wandeln sich zu Park- und Freizeitanlagen und schaffen in dem dicht besiedelten Gebiet ganz eigene Perspektiven.

Unser Hauptaugenmerk gilt dem niederrheinischen Bereich, der im Vergleich zum Münsterland zwar recht klein ist, aber erstaunlich viel zu bieten hat. Wobei es natürlich auch immer wieder Abstecher in andere Bereiche der Hohen Mark geben wird.

Sowohl der Niederrhein als auch das Münsterland zeichnen sich überwiegend durch eine abwechslungsreiche Parklandschaft mit Bäumen, Hecken, Wäldern Wiesen und Weideflächen aus.

Am Niederrhein reicht der Naturpark bis zum Kreis Wesel, wo Hamminkeln und der Diersfordter Forst mit dem Schloss Diersfordt die westliche Grenze bilden. Bekannt ist der Eiskeller des Schlosses für wechselnde Ausstellungen, auch zum Thema Landschaftsentwicklung, und für kulturelle Veranstaltungen.

In der Gemeinde Hamminkeln gibt es erstaunlich viel hochrangige Kunst und Geschichte. In der evangelischen Kirche im Hamminkelner Ortskern gibt es ein Christopherus Fresko, das um das Jahr 1450 herum entstanden ist. Allerdings ist es nur vor und nach den Gottesdiensten und für Gruppen auf Anfrage zu besichtigen.

Aber auch die anderen Hamminkelner Ortsteile haben einiges zu bieten.

Das Schloss Ringenberg beherbergt die Derik-Baegert-Stiftung, die sich um die Förderung junger Künstler und um die Kuratorenausbildung kümmert. Der Ort Ringenberg, einst sumpfiges Gelände, das vom Ritter Sueder mit Hilfe der Niederländer im Mittelalter trocken gelegt wurde, trumpft mit einem wunderschönen Schlosspark, hübschen Kirchengärten, verwinkelten Gassen und lauschigen Ecken auf. Die Kornbrennerei hat Tradition in diesem Ort, der nie landwirtschaftlich geprägt war. Im Museum der 1750 gegründeten Dorfbrennerei kann man noch die Destillationsanlage besichtigen, die heute allerdings nicht mehr in Betrieb ist. In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude von 1898 werden heute edle Spirituosen und Weine vertrieben, die man gerne auch probieren darf.

In Hamminkeln-Marienthal gilt das Kloster Marienthal als ein bedeutendes Zentrum sakraler Kunst, Kloster und Friedhof stehen unter Denkmalschutz. Die Klosterkirche lebt vom Farbenspiel des Lichts, das durch die wertvollen Kirchenfenster einfällt. Marienthal als Ort hat sich aber auch mit den kulturell sehr interessanten Marienthaler Abenden und Märkten zum Thema Mitsommer, Äpfel und St. Martin einen Namen gemacht.

Der Hamminkelner Ortsteil Dingden steht für Klosterkultur des einstigen Klosters Marienvrede. Vom Kloster sind nur außerhalb des Ortes einige Fundamente in einem Feld erhalten geblieben. Doch in der alten Klosterschänke wird heute noch ein Café-Restaurant betrieben. Im Heimathaus spiegelt sich das dörfliche Leben im 19. Jahrhundert wider, aber auch einen prähistorischen Wisentschädel gibt es zu Bestaunen. Interessantes über das ländliche Leben der einzigen jüdischen Familie, die zur NS-Zeit in Dingden wohnte, erfährt man im Jakobshaus.

Auf ca. 500 qm lädt die Dingdener Heide zu einer Zeitreise vom Mittelalter in die Neuzeit durch diese faszinierende bäuerliche Kulturlandschaft ein. Die unterschiedlichen Zeitzonen werden in verschiedenen Bereichen rekonstruiert, um anschaulich zeigen zu können, wie sich die vom Menschen intensiv genutzte Landschaft durch die Jahrhunderte von einem mehr oder weniger flächendeckenden Waldgebiet in Heide und kleine Bauernwäldchen wandelte, warum in dem kargen Heideboden massiv Kiefernangepflanzt wurden, wie nach einem Flächenbrand die Kiefern vernichtet wurden und Weiden für die Viehhaltung und für Ackerland Platz machten. Das Leben der Bauern mit ihren Nöten, Ängsten und Zwängen wird aufgezeigt, aber auch die Steigerung der Produktivität durch moderne Landmaschinen und dem Einsatz von Dünger.

Vor einigen Jahren haben sich in der Dingdener Heide landwirtschaftliche Betriebe mit unterschiedlichen Schwerpunkten in der Viehhaltung und im Obst- und Gemüseanbau zusammengetan, um die Natur aktiv zu schützen. So wurden die Erzeugergemeinschaft „Biohöfe Dingdener Heide“ ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, ökologische Landwirtschaft zu betreiben und neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Die Erzeugnisse der Biohöfe wird auch in den regionalen Gasthöfen und Restaurants verarbeitet und zum Teil als traditionelle niederrheinische Gerichte angeboten. So stehen unter anderem Buchweizenpfannkuchen, Blutwurst und Kotelett vom Bunten Bentheimer auf einigen Speisekarten. Dort zeigt sich die Genussregion Niederrhein von ihrer besten Seite.